Wenn du dich in einer Notfallsituation befindest und sofort Hilfe brauchst, wähle in Deutschland die 112.
Die 112 gilt in Deutschland für akute medizinische Notfälle und Rettungsdienst.
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Bleibe ruhig. Je ruhiger du bist, desto klarer kannst du sprechen und helfen.
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Wähle die 112. In vielen Fällen funktioniert das auch mit gesperrtem Handy oder ohne SIM-Karte.
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Nenne so genau wie möglich den Ort: Adresse, Hausnummer, Etage oder klare Orientierungspunkte.
4
Beschreibe kurz und präzise, was passiert ist. Zum Beispiel: Unfall, starke Blutung, Atemnot, Bewusstlosigkeit.
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Höre genau zu und folge den Anweisungen, bis Hilfe eintrifft.
Wichtig
Der Notruf ist nur für echte Notfälle gedacht. Bleibe ehrlich, klar und lege erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.
Die stabile Seitenlage
Die stabile Seitenlage wird angewendet, wenn eine Person bewusstlos ist, aber normal atmet. Atmet die Person nicht normal, beginnt stattdessen sofort die Wiederbelebung.
Die stabile Seitenlage hilft, die Atemwege freizuhalten, wenn normale Atmung vorhanden ist.
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Knie dich seitlich neben die Person. Strecke die Beine. Lege den nahen Arm angewinkelt nach oben, die Handfläche zeigt nach oben.
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Greife den fernen Arm am Handgelenk, kreuze ihn vor der Brust und lege den Handrücken an die Wange. Diese Hand bleibt dort.
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Greife an den fernen Oberschenkel, beuge das Bein und rolle die Person vorsichtig zu dir auf die Seite.
Merke dir
Seitenlage nur dann, wenn normale Atmung vorhanden ist. Bei fehlender oder unklarer Atmung sofort HLW beginnen.
Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen und Kleinkindern
Eine Wiederbelebung ist nötig, wenn Bewusstlosigkeit vorliegt und keine normale Atmung vorhanden ist oder Zweifel daran bestehen.
Wichtige Grundregeln
Vor Beginn der Herzdruckmassage bis zu fünf initiale Atemspenden geben, weil bei Kindern oft die Atemwege betroffen sind.
Wenn Atemspenden nicht möglich sind, führe zumindest die Herzdruckmassage durch.
Arbeite im Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen.
Wenn du allein bist und noch kein Notruf abgesetzt wurde, unterbrich nach etwa einer Minute kurz und rufe die 112 an.
Besonderheiten beim Säugling
Zwei Fingerkuppen auf die Mitte des Brustkorbs setzen.
Das Brustbein etwa ein Drittel bis zur Hälfte, ungefähr 4 cm, eindrücken.
Besonderheiten beim Kleinkind
Den Ballen einer oder zwei Hände auf die Mitte des Brustkorbs setzen.
Das Brustbein etwa ein Drittel bis zur Hälfte, ungefähr 5 cm, eindrücken.
Mit gestrecktem Arm arbeiten und darauf achten, dass die Finger nicht auf dem Brustkorb liegen.
Beenden darfst du nur dann
wenn das Kind wieder normal atmet, der Rettungsdienst übernimmt oder du vollständig erschöpft bist.
Hinweis: Dieser Themenbereich orientiert sich an den Grundlagen des Deutschen Roten Kreuzes zur Wiederbelebung bei Kindern und Säuglingen.
Blutungen bei Kindern
Kinder verlieren schneller gefährlich viel Blut als Erwachsene. Entscheidend ist, ruhig zu prüfen, ob ein Pflaster ausreicht oder medizinische Hilfe nötig ist.
Bei kleinen Wunden reicht oft schon eine ruhige Versorgung mit Pflaster und Druck von außen.
Bei kleinen Wunden
Wunde vorsichtig mit Wasser reinigen.
Gut trocknen lassen.
Pflaster passend aufkleben.
Pflaster bei Bedarf regelmäßig wechseln.
Bei stärkeren Blutungen
Mit einer sterilen Mullkompresse direkten Druck auf die Blutungsquelle geben.
Mit Binde oder Pflasterstreifen fixieren, aber nicht abschnüren.
Wunde weiter beobachten.
Bei starker, anhaltender Blutung oder tiefer Wunde sofort ärztliche Hilfe holen.
Wichtig
Bei tiefen, stark blutenden oder unsicheren Verletzungen nicht abwarten. Sofort medizinische Hilfe organisieren.
Erfrierungen
Erfrierungen können nicht nur bei eisigen Temperaturen entstehen. Auch kaltes Wasser, nasse Kleidung oder lange Kälteexposition erhöhen das Risiko.
So beugst du vor
Mehrere dünne Schichten statt einer dicken Schicht.
Feuchtigkeitsableitende Kleidung.
Warme Mütze, Handschuhe und trockene Schuhe.
Erste Hilfe
Kind sofort an einen warmen Ort bringen.
Nasse Kleidung vorsichtig entfernen.
Betroffene Stellen langsam mit warmem, nicht heißem Wasser erwärmen.
Nicht reiben.
Kind warm einpacken und bei stärkeren Erfrierungen ärztliche Hilfe holen.
Erstickung und Verschluckung
Erstickung ist ein akuter Notfall. Entscheidend ist, sofort zu handeln und dabei ruhig zu bleiben.
Vorbeugung
Kinder beim Essen und Spielen immer im Blick behalten.
Nur altersgerechtes Spielzeug verwenden.
Lebensmittel in kindgerechte Stücke schneiden.
Kleine Gegenstände wie Münzen, Batterien oder Knöpfe außer Reichweite aufbewahren.
Wenn das Kind noch atmet, aber Probleme hat
Zum Husten auffordern.
Wenn das nicht hilft: bei kleineren Kindern kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter geben.
Bei älteren Kindern kann das Heimlich-Manöver nötig sein.
Wenn das Kind bewusstlos wird oder weiter erstickt: sofort 112 und HLW beginnen.
Wichtig
Je nach Alter des Kindes unterscheiden sich die richtigen Maßnahmen. Ein echter Erste-Hilfe-Kurs ist hier besonders wertvoll.
Sonnenstich und Hitzschlag
An heißen Tagen können Kinder schnell überhitzen. Deshalb sind Vorbeugung und schnelles Reagieren besonders wichtig.
Vorbeugung
Regelmäßig trinken.
Direkte Sonne in den heißesten Stunden meiden.
Leichte, luftige Kleidung anziehen.
Anstrengende Aktivitäten im Freien begrenzen.
Erste Hilfe
Kind sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort bringen.
Körper mit kühlen Tüchern oder Kompressen herunterkühlen.
Kleine Schlucke Wasser geben.
Bei Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder starkem Erbrechen sofort Hilfe rufen.
Verbrennungen
Verbrennungen bei Kindern passieren schnell. Heiße Flüssigkeiten, Herdplatten oder heiße Oberflächen sind typische Auslöser.
Erste Hilfe
Kind aus dem Gefahrenbereich bringen.
Die verbrannte Stelle 10 bis 20 Minuten mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser kühlen.
Lockere Kleidung und Schmuck in der Nähe vorsichtig entfernen, wenn das ohne Zug an der Wunde möglich ist.
Mit einer sauberen, trockenen Kompresse abdecken.
Bei stärkeren Verbrennungen, Gesicht, Händen, Füßen, Genitalbereich, Strom oder Chemikalien sofort medizinische Hilfe holen.
Wichtig
Kein Eis auf die Haut legen. Keine klebenden Materialien direkt auf die Verbrennung geben.
Zecken und Zeckenbisse
Zecken können Krankheiten übertragen. Deshalb ist Vorbeugung wichtig und ein Biss sollte aufmerksam beobachtet werden.
Nach dem Spielen draußen lohnt sich immer ein kurzer Zecken-Check.
Vorbeugung
Lange Kleidung und geschlossene Schuhe tragen.
Geeignetes Insektenschutzmittel verwenden.
Nach dem Spielen draußen den Körper kontrollieren.
Entfernung nur nach Rücksprache mit der Gastfamilie
Mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte möglichst hautnah greifen.
Langsam und gleichmäßig herausziehen.
Stelle reinigen.
Die Hautstelle und das Kind in den nächsten Wochen beobachten.
Insektenstiche
Insektenstiche sind meist harmlos, können aber schmerzhaft sein oder allergische Reaktionen auslösen.
Erste Hilfe
Falls sichtbar, Stachel vorsichtig entfernen.
Stichstelle mit Wasser und Seife reinigen.
Kühlen, um Schwellung und Schmerzen zu lindern.
Das Kind beobachten.
Sofort Hilfe holen
wenn Atemnot, Schwellungen im Gesicht, starke Kreislaufprobleme oder andere Zeichen einer allergischen Reaktion auftreten.
Fieber bei Kindern
Fieber ist oft eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Wichtig ist vor allem Ruhe, Flüssigkeit und gute Beobachtung.
Für Ruhe und eine angenehme Umgebung sorgen.
Leichte Kleidung anziehen und Raum angenehm temperieren.
Regelmäßig Wasser, verdünnte Säfte oder Brühe anbieten.
Fiebersenkende Medikamente nur nach Absprache oder klarer ärztlicher Empfehlung geben.
Bei Krampfanfällen, Atemproblemen, starker Teilnahmslosigkeit oder sehr hohem Fieber sofort ärztliche Hilfe holen.
AU-PAIR NOTRUF
Eine Initiative des Aupair Society e.V.
Die Hotline richtet sich ausschließlich an ausländische AuPairs in Deutschland, die sich in einer Notsituation befinden. Sie können rund um die Uhr anrufen und bekommen Unterstützung und „erste Hilfe“. Je nach Fall wird auch der Bundesverband Au-Pair Society e.V. zu Rate gezogen oder eine dem Bundesverband bzw. dieser Notrufinitiative angeschlossene Agentur.